Dokumentation: „Krieg in Gaza“ – Konsens in Frankfurt?

Am Donnerstag, den 15.1. fand in Frankfurt eine Podiumsdiskussion der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen statt – deren Besetzung leider eher zur Vermeidung als zum Austragen von Kontroversen geeignet war. Aufgrund dessen wendeten wir uns mit der zur Dokumentation untenstehenden Email an die RLS. Das im Schlusssatz formulierte Angebot zur Kooperation gilt auch für andere potentielle Partner_innen, die gemeinsam mit uns die Debatte vorantreiben möchten.

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen,

sicherlich sind Ihnen/Euch die durchaus kontroversen Debatten der Ereignisse in Gaza, wie sie in der Linken und ihrem Umfeld in den letzten Wochen stattfanden, gegenwärtig. Die mit Wolfgang Gehrke, Rainer Bernstein und Michael Riese besetzte Podiumsdiskussion der RLS Hessen am vergangenen Donnerstag hat aber diese Kontroversität nicht einmal annähernd widergespiegelt – was natürlich Sinn einer Podiumsdiskussion sein müsste.

Wenigstens zwei in der Linken mittlerweile starke Positionen sollten – wenn sie schon keine allgemeinen Mindeststandards sind – wenigstens durch eine_n Vertreter_in auf dem Podium vertreten sein, blieben aber durch die reale Besetzung vom letzten Donnerstag unterrepräsentiert oder eigentlich unrepräsentiert:

1. die konsequente Absage an die Ideologie der antisemitischen Terrororganisationen Hamas und Hisbollah. Diese Absage muss auch eine Kritik an Sympatisant_innen dieser Gruppen, welche auf „Friedens“demonstrationen in der Bundesrepublik, an denen auch einige
honorige Mitglieder der Linkspartei teilnahmen, offen ihre antisemitischen Ressentiments u.a. mit Sprechchören wie „Tod, Tod Israel“ auf die Straße bringen konnten, beinhalten.
2. die von Gregor Gysi formulierte Solidarität mit Israel als „moralisch gut begründbares Element deutscher Staatsräson“.

Ob diese Positionen, wie beispielsweise Gregor denkt, in der Linkspartei mehrheitsfähig sind, wissen wir nicht. Allerdings sind wir überzeugt, dass sie auch hier in Hessen offen diskutiert werden müssen, um Anschluss an die Debatten der Linken zu halten! Gerne würden wir dies mit Euch/Ihnen tun und bieten daher für zukünftige Veranstaltungen gerne unsere Zusammenarbeit an.

Bis dahin verbleiben wir mit freundlichen Grüßen,
Ihr/Euer LAK Shalom in der Linksjugend [’solid] Hessen