Blogumzug

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Liberation Day

Veranstaltungshinweis: Frauen im Iran

Über die Situation der Frauen im Iran

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung & Filmvorführung mit Fathiyeh Naghibzadeh, Publizistin und Filmemacherin aus Berlin in Gießen

Die islamische Revolution im Iran jährt sich dieser Tage zum 30. Mal. Dies bedeutet bekanntermaßen 30 Jahre Schleierzwang, Geschlechterapartheid und ein Rechtssystem, in dem Frauen halb so viel zählen wie Männer. Weniger bekannt ist, dass es im Frühjahr 1979 auch große spontane Protestdemonstrationen der iranischen Frauenbewegung gegen die neue Gesetzgebung gab. Diese wurden von französischen Feministinnen in einem Kurzfilm festgehalten.
Zur Eröffnung der Veranstaltung werden wir zunächst diesen zwölfminütige Kurzfilm zeigen, anschließend präsentiert die Berliner Publizistin und Filmemacherin Fathiyeh Naghibzadeh ihre Thesen zur Situation der Frauen im Iran. Sie sieht in der iranischen Variante der Scharia ein Instrument, Frauen zu einer festen „heiligen Institution“ des islamistischen Gottesstaates und seiner Ideologie zu machen, so dass diese gezwungen werden, selbst ein Teil des Systems zu sein, das sie unterdrückt.

Über die Referentin: Fathiyeh Naghibzadeh nahm 1979 selbst an den Frauendemonstrationen in Teheran teil und ging später ins Exil nach Berlin. Dort war sie als Co-Regisseurin an dem Film „Kopftuch als System – Machen Haare verrückt?“ über Bedeutung und Funktion des islamischen Kopftuchs beteiligt und veröffentlichte zuletzt Artikel über die Situation der Frauen im Iran.

Mittwoch, 13.5.2009, 20 Uhr Margarete Bieber-Saal, Ludwigstraße 34 (schräg gegenüber vom Uni-Hauptgebäude) in Gießen

Den Flyer als pdf gibt es hier.

Veranstaltungshinweis – „Boycott Durban 2!“ – Antirassismus als Dämonisierung Israels.

Podiumsveranstaltung mit Klaus Faber (Potsdam), Alex Feuerherdt (Bonn) und Thomas von der Osten-Sacken (Frankfurt) am Do., 16.04.09, 20 Uhr, Raum 1.801 (Casino) des I.G.Farben-Hauses der Uni Frankfurt, Grüneburgplatz 1.

Vor knapp sieben Jahren fand im südafrikanischen Durban die „UN-Weltkonferenz gegen Rassismus“ statt. Das erklärte Ziel der Veranstaltung war die öffentliche Anerkennung von Sklaverei und Kolonialismus als Verbrechen – doch dann mutierte sie zu einem regelrechten Tribunal gegen Israel sowie zu einer Verteidigung unfreier Staaten und Diktaturen. Israel wurde als „Apartheidstaat“ gebrandmarkt und der Zionismus als Spielart des Rassismus bezeichnet. Dieses widerwärtige Spektakel könnte sich nun wiederholen, wenn die Vereinten Nationen vom 20. bis 25. April in Genf ihre „Durban Review Conference“ durchführen. Kanada, Israel, die USA und Italien haben bereits angekündigt, dieser Tagung fern zu bleiben. Die Regierungen Deutschlands und anderer EU-Staaten hingegen mochten sich diesem Schritt bislang nicht anschließen.
Der französische Romancier und Essayist Pascal Bruckner konstatierte in einem Aufruf zum Boykott der Durban-Folgekonferenz: „Der Antirassismus ist in der Uno zur Ideologie der totalitären Bewegungen geworden, die ihn für ihre Zwecke benutzen.“ Wie diese Deutung des Antirassismus – die nicht nur als Deckmantel des Antisemitismus dient, sondern auch jegliche Emanzipationsbestrebungen in postkolonialer, kulturalistischer Weise als rassistisch diffamiert – zur Richtlinie der Uno werden konnte, werden Nasrin Amirsedghi, Thomas von der Osten-Sacken und Alex Feuerherdt, die Initiatoren der deutschen „Boykottiert Durban II“-Kampagne, in ihrem Vortrag erläutern. Darüber hinaus werden sie darlegen, was von der „Durban II“-Konferenz zu erwarten ist, welche Rolle das Regime im Iran und andere islamische Staaten dabei spielen und warum die Konferenz in Genf den Zielen einer Säkularisierung und der universalistischen Verteidigung der Menschenrechte gegen einen vermeintlichen Kulturpluralismus, der auf die Verteidigung der islamischen Sharia gegen die Freiheit des Individuums hinausläuft, diametral entgegensteht.

Zu den Referenten:
Klaus Faber ist Staatssekretär a. D., Rechtsanwalt, Publizist und Vorstandsmitglied im Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus, Alex Feuerherdt ist freier Autor, Publizist und Mitinitiator der Kampagne „Boycott Durban 2″ und
Thomas von der Osten-Sacken ist freier Autor, Publizist, Mitarbeiter der Hilfsorganisation Wadi e.V. und ebenfalls Mitinitiator der Kampagne „Boycott Durban 2″.

Veranstalter & Unterstützer:
Honestly-Concerned, Initiative Studierender im I.G.Farben-Haus, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen, Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus, LAK Shalom Hessen in der Linksjugend [’solid] und Prozionistische Linke Frankfurt.

Weitere Infos unter: www.honestlyconcerned.info und www.prozion.de

Zwei Veranstaltungshinweise

Wir möchten auf zwei Veranstaltungen, die nicht vom LAK organisiert,
aber dennoch von Interesse sind, hinweisen:

1) am 9.2. um 20:00 referiert Peter Ullrich in Frankfurt zum Thema „Die Linke,
Israel und Palästina“
2) am 10.2. um 18:00 referiert Thomas von der Osten Sacken in Gießen
zum Thema „Der neue Antisemitismus“

1) Dass die Debatte um Israel und linken Antisemitismus in der hessischen Linken weitergeht und reflektiert wird, sieht man an diesem Vortrag; dass es für den LAK immer noch viel zu tun gibt, an seinem Inhalt. Zu begrüßen ist Ullrichs Einsicht, dass es in der Linken Antisemitismus gibt, der sich als Antizionismus äußert. Problematisch ist dagegen die aus seiner diskursanalytischen, auf der formalen Ebene verharrenden Methode resultierende Äquidistanz, die nur zu dem Ergebnis kommen kann, dass die Wahrheit immer irgendwie irgendwo dazwischen, also zwischen Antizionismus und Solidarität mit Israel liegen muss. Nach dieser Position ist das Problem weniger der Antisemitismus als Einseitigkeit, Solidarität und Identifikation im Allgemeinen. Zentral müsste aber die Frage sein, wer aus welchen Gründen wofür Partei ergreift. Wer auf Emanzipation aus ist, sollte über die formale Analyse von Diskursen hinausgehen und die inhaltliche Dimension in den Blick nehmen, denn die antisemitische Positionierung gegen Israel kann der für Israel nicht einfach als Gleich und Gleich gegenübergestellt werden.

Vortrag von Dr. Peter Ullrich, Kulturwissenschaftler und Soziologe, Universität Leipzig
„Die Linke, Israel und Palästina“
Montag, 09.02.2009, 20 Uhr in Frankfurt am Main im Club Voltaire
http://www.club-voltaire.de/veranstaltungen/

2) Eine emanzipatorischere Positionierung ist von Thomas von der Osten-Sacken bei seinem Vortrag in Gießen zu erwarten, thematisiert dieser doch nicht einfach irgendwie Identifikationen, sondern ganz eindeutig Antisemitismus. Zu klären, warum die evangelische Pankratiusgemeinde Gießen nun einen Schritt weiter ist als die Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen, wäre eine Aufgabe für Wissensoziologen und Ideologiekritiker – zur Not auch für Diskursanalytiker.

Vortrag von Thomas von der Osten-Sacken, Frankfurt
Journalist und Geschäftsführer der Nah-Ost-Hilfsorganisation Wadi e.V.
„Der neue Antisemitismus – das Bündnis von Islamisten, Linken und Rechten“
Dienstag, 10. Februar 2009, 18.00 Uhr
Gießen, Ev. Pankratiusgemeinde, Georg-Schlosser-Str. 9